Kooperationsprojekt „Kinder klären Eltern auf“ zu Ende gebracht

Gemeinsam mit der Evangelischen Grundschule Babelsberg und in Kooperation mit melmao haben wir im Rahmen des Projektes "Kinder klären Eltern auf" im Juni mehrere medienpädagogische Workshops mit den 6. Klassen durchgeführt. Die Kinder haben heraus gearbeitet, was personenbezogene Daten sind und wo überall im Alltag Daten von ihnen gespeichert werden - teils bewusst, teils unbewusst. In dem Zusammenhang ist ihnen klar geworden, dass es an manchen Stellen notwendig ist, Daten zu speichern, während dies an anderen Stellen eigentlich überflüssig ist. Damit einhergehend haben die Kinder den Zusammenhang zwischen Daten, Datenweitergabe und Werbung begriffen.

Da sie selber viel in sozialen Netzwerken, vor allen Dingen aber in Chat-Apps unterwegs sind, sollten sie einmal ihre Vorstellung von einem idealen Netzwerk skizzieren. Spannend war, dass die Vorstellungen der Kinder sehr weit auseinander gingen und zum Teil sehr abstrakt waren. Sie alle stellen sich ihr ideales Netzwerk aber als mobile Version auf dem Handy vor. Aufbauend auf ihre bis dahin gewonnenen Erkenntnisse hatten die Kinder die Möglichkeit, das neue soziale Netzwerk für Kinder, "melmao - Echte Freunde.", zu testen und nach eigenen Kriterien zu bewerten.

Den Abschluss bildete ein Eltern-Kind-Seminar, in welchem die Kinder in die Rolle der Experten traten und ihre Eltern an verschiedenen Stationen über Medien und soziale Netzwerke aufklärten, sie zur Diskussion herausforderten, ihr Wissen in Quiz abfragten und sie ebenfalls "melmao" testen ließen.

Ist ein eigener Straftatbestand für Cybermobbing die Lösung?

Das größte Problem des Cybermobbings (auch Cyberbullying genannt) ist der unklare und den meisten Leuten unbekannte Straftatbestand. Denn es gibt bisher keinen Paragraphen, der bei Cybermobbing greift. Zwar werden bei Cybermobbing-Vorfällen oftmals andere Straftaten begangen (wie Verletzung des Rechts am eigenen Bild, Verletzung des Urheberrechts, Verleumdung, Üble Nachrede, Beleidigung etc.), die dann auch greifen. Aber sowohl den Tätern, als auch den Opfern ist das zu Beginn oftmals gar nicht klar. Eine medienpädagogische Aufklärung darüber ist daher unabdingbar.

Da die vielen interaktiven Möglichkeiten des Web 2.0 aber immer wieder zu Cybermobbing-Vorfällen führen und die bisherige Aufklärung darüber noch lange nicht ausreicht, wurde nun schon mehrmals überlegt, Cybermobbing als eigene Straftat aufzunehmen. Denn obwohl Cybermobbing gerade unter Jugendlichen zunimmt, werden nur die wenigsten Fälle zur Anzeige gebracht.

Ein Artikel in der Tagesschau beschäftigte sich kürzlich mit der Idee, die die Justizminister der Länder vorschlagen: Cybermobbing sollte zum eigenen Straftatbestand werden. >>>Hier geht es zum Artikel (26.06.2014)

Medienlaune klärt in medienpädagogischen Workshops Schüler (5.-8. Klasse) über Cybermobbing, seine Ursachen und Folgen auf. Fragen Sie uns einfach unverbindlich an.

Workshops zu Chat-Apps haben große Nachfrage

Während vor zwei Jahren noch soziale Netzwerke wie Facebook im Mittelpunkt standen, sind es heute Chat-Apps, vor allem WhatsApp, die für Kinder und Jugendliche nicht mehr wegzudenken sind. Das Problem besteht darin, dass sie mit solchen ChatApps sehr viel leichtfertiger umgehen als mit Facebook, da die Apps ihnen das Gefühl eines sicheren und geschützten Raumes geben. Wurde zuvor in Netzwerken viel zu oft "öffentlich gepostet", bleibt es in Chat-Apps ja schließlich innerhalb der Gruppe. Gerade wegen dieser oftmals zutage tretenden Leichtigkeit kommen Cybermobbing- aber auch Sexting-Fälle immer häufiger vor.

In zwei 6. Klassen in Schildow bei Berlin haben wir daher medienpädagogische Workshops durchgeführt, in denen die Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Chat-Apps erlernt haben. Gemeinsam haben sie erarbeitet, wie Chat-Apps funktionieren und inwiefern sich über Chat-Apps verschickte Inhalte von persönlich mitgeteilten Informationen unterscheiden. Sie haben ein Verständnis für die Öffentlichkeit des Internets entwickelt und begreifen, was sich hinter der Aussage "Das Internet vergisst nicht" verbirgt. Darüber hinaus haben sie über Rechte und Rechteverletzungen diskutiert und damit einhergehend erkannt, wie schnell aus einem anfänglichen Spaß Cybermobbing werden kann bzw. wie schnell ein privates Bild in falsche Hände gelangen kann. Abschließend haben die Kinder ihre gewonnenen Erkenntnisse reflektiert und in Gruppen überlegt, wie sie selbst jüngere Chat-App-Einsteiger optimal darauf vorbereiten könnten.

Neu: Medienpädagogische Workshops in Kooperation mit melmao

melmao ist ein neues soziales Netzwerk für Kinder und ist gerade erst online gegangen. Es befindet sich derzeitig noch in der Entwicklungsphase und soll durch das Feedback der Nutzer mit entwickelt werden. Daher ist melmao für die ersten 6 Monate kostenlos. Anschließend wird es zwischen 3-5 Euro im Monat kosten. Warum? Weil melmao komplett werbefrei ist, keine Daten an Dritte weitergibt und sicher für Kinder ist.

Medienlaune und melmao bieten nun gemeinsam einen medienpädagogischen Workshop "Meine Daten, meine Privatsphäre, mein soziales Netzwerk" für Schulklassen in und um Berlin an. In dem Workshop erwerben Kinder grundlegende Kenntnisse über soziale Netzwerke und wie man sich vor Gefahren schützen kann. Sie erarbeiten gemeinsam, was man im Internet von sich preisgeben sollte und was lieber nicht. Darüber hinaus bekommen sie ein Gefühl für ihre privaten Daten und verstehen, warum Daten im Internet oftmals verkauft werden.
Im Anschluss haben die Kinder die Möglichkeit, melmao zu testen und nach ihren eigenen Kriterien zu bewerten.

Dieses Workshop-Angebot gilt bis Ende 2014. Mehr Infos zum Workshopinhalt gibt es hier.