Workshop-Projekt „Kinder klären Eltern auf“ geht in die 3. Runde

Nachdem das medienpädagogische Projekt "Kinder klären Eltern auf" im vergangenen Jahr bereits zweimal erfolgreich mit der Evangelischen Grundschule in Babelsberg durchgeführt wurde (Juni 2014 & September 2014), geht es nun mit einer Waldorfschule in Berlin in die dritte Runde. Die Durchführung ist für Juni 2015 geplant.

"Kinder klären Eltern auf" lautet auch dieses Mal das Motto des Projekts. Dabei sollen die Kinder sich zunächst in medienpädagogischen Workshops mit Privatsphäre, Chat-Apps, Rechten im Internet, Werbung, Personenbezogenen Daten und Datenschutz auseinandersetzen. Im nächsten Schritt werden sie ihr neu erlerntes Wissen festigen und mit ihren bisherigen Medienerfahrungen abgleichen und ggf. neue Schlüsse daraus ziehen. Sie werden sich darauf vorbereiten, ihre Sicht der Dinge vor ihren Eltern argumentativ zu verteidigen.

Das anschließende Eltern-Kind-Seminar wird den Abschluss des Projektes bilden. Dabei werden die Kinder in die Rolle der Experten schlüpfen und ihr erlerntes Wissen an ihre Eltern weitergeben. Ziel ist es, das implizite Bild über die Mediennutzung der jeweils anderen Generation aufzuweichen und ggf. zu revidieren, indem mediale Themen in einem neutralen, außerfamiliären Rahmen gleichberechtigt diskutiert werden können. Den Beteiligten soll klar werden, dass Medienkompetenz unterschiedliche Dimensionen hat und dass das intergenerative Voneinanderlernen einen positiven Effekt auf die Medienkompetenzentwicklung aller Teilnehmenden hat.

Wir freuen uns sehr auf die erneute Durchführung des Projekts!

Bei Interesse an der Durchführung eines solchen medienpädagogischen Projekts, können Sie unverbindlich mit uns Kontakt aufnehmen.

Erfolgreiches Workshop-Projekt „Kinder klären Eltern auf“ geht in die 2. Runde

Unser im Juni 2014 erfolgreich durchgeführtes medienpädagogisches Projekt "Kinder klären Eltern auf" stieß auf große Zustimmung und Begeisterung, sodass es nun im neuen Schuljahr in die 2. Runde geht. So werden wir Ende September mit den Kindern der 6. Klasse in Workshops die Themen Datenschutz und personenbezogene Daten bearbeiten und mit ihnen gemeinsam erarbeiten, welche Folgen die Weitergabe von Daten hat. Anschließend bekommen sie die Möglichkeit, das neue soziale Netzwerk für Kinder, "melmao - Echte Freunde." zu testen und nach eigenen Kriterien zu bewerten.

Den Abschluss wird ein Eltern-Kind-Seminar Anfang Oktober bilden, bei welchem die Kinder als Experten auftreten und ihre Eltern über ihr erlerntes Wissen aufklären werden. Wir sind sehr gespannt auf die erneute Durchführung des Projektes und freuen uns auf die Ergebnisse!

Workshops zu Chat-Apps haben große Nachfrage

Während vor zwei Jahren noch soziale Netzwerke wie Facebook im Mittelpunkt standen, sind es heute Chat-Apps, vor allem WhatsApp, die für Kinder und Jugendliche nicht mehr wegzudenken sind. Das Problem besteht darin, dass sie mit solchen ChatApps sehr viel leichtfertiger umgehen als mit Facebook, da die Apps ihnen das Gefühl eines sicheren und geschützten Raumes geben. Wurde zuvor in Netzwerken viel zu oft "öffentlich gepostet", bleibt es in Chat-Apps ja schließlich innerhalb der Gruppe. Gerade wegen dieser oftmals zutage tretenden Leichtigkeit kommen Cybermobbing- aber auch Sexting-Fälle immer häufiger vor.

In zwei 6. Klassen in Schildow bei Berlin haben wir daher medienpädagogische Workshops durchgeführt, in denen die Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Chat-Apps erlernt haben. Gemeinsam haben sie erarbeitet, wie Chat-Apps funktionieren und inwiefern sich über Chat-Apps verschickte Inhalte von persönlich mitgeteilten Informationen unterscheiden. Sie haben ein Verständnis für die Öffentlichkeit des Internets entwickelt und begreifen, was sich hinter der Aussage "Das Internet vergisst nicht" verbirgt. Darüber hinaus haben sie über Rechte und Rechteverletzungen diskutiert und damit einhergehend erkannt, wie schnell aus einem anfänglichen Spaß Cybermobbing werden kann bzw. wie schnell ein privates Bild in falsche Hände gelangen kann. Abschließend haben die Kinder ihre gewonnenen Erkenntnisse reflektiert und in Gruppen überlegt, wie sie selbst jüngere Chat-App-Einsteiger optimal darauf vorbereiten könnten.

Neu: Medienpädagogische Workshops in Kooperation mit melmao

melmao ist ein neues soziales Netzwerk für Kinder und ist gerade erst online gegangen. Es befindet sich derzeitig noch in der Entwicklungsphase und soll durch das Feedback der Nutzer mit entwickelt werden. Daher ist melmao für die ersten 6 Monate kostenlos. Anschließend wird es zwischen 3-5 Euro im Monat kosten. Warum? Weil melmao komplett werbefrei ist, keine Daten an Dritte weitergibt und sicher für Kinder ist.

Medienlaune und melmao bieten nun gemeinsam einen medienpädagogischen Workshop "Meine Daten, meine Privatsphäre, mein soziales Netzwerk" für Schulklassen in und um Berlin an. In dem Workshop erwerben Kinder grundlegende Kenntnisse über soziale Netzwerke und wie man sich vor Gefahren schützen kann. Sie erarbeiten gemeinsam, was man im Internet von sich preisgeben sollte und was lieber nicht. Darüber hinaus bekommen sie ein Gefühl für ihre privaten Daten und verstehen, warum Daten im Internet oftmals verkauft werden.
Im Anschluss haben die Kinder die Möglichkeit, melmao zu testen und nach ihren eigenen Kriterien zu bewerten.

Dieses Workshop-Angebot gilt bis Ende 2014. Mehr Infos zum Workshopinhalt gibt es hier.

„Sexting“ – ein massenhafter Einzelfall

Das Wort Sexting setzt sich aus den englischen Begriffen "Sex" und "Texting" zusammen und meint das Verschicken sehr freizügiger oder nackter Bilder von sich selbst - meistens über das Handy (z.B. WhatsApp). Dieses Phänomen an sich ist nichts neuartiges und existiert schon seit Anbeginn des Internets und der Möglichkeit, Bilder zu verschicken. Neu daran ist, dass derzeitig viele Jugendliche (hauptsächlich zwischen der 6. und 8. Klasse) dieses sogenannte Sexting betreiben. Eine Studie aus Amerika zeigte 2012, dass tatsächlich jeder vierte Jugendliche schon einmal ein freizügiges Bild von sich verschickt hat. Meistens passiert dies innerhalb einer Beziehung oder zum Zwecke des Flirtens.

Kompliziert wird es, wenn beispielsweise eine Beziehung zu Bruch geht und einer der Partner Rache üben will oder aus Frust eine unüberlegte Entscheidung trifft. Oder jemand Fremdes aus dem Internet ein Mädchen oder einen Jungen erpressen will. Denn stellt jemand ein solches Bild online, geht oftmals eine Hetzjagd los. Das Opfer ist beschämt, wird möglicherweise von anderen gehänselt und im schlimmsten Fall sogar gemobbt. Doch wer kann die Verantwortung dafür tragen? Schließlich kann Jugendlichen nicht verboten werden, sich auszuprobieren, ihre Identität zu entfalten, seinen Körper zu entdecken und herauszufinden, welche eigenen Reize auf das andere (oder eigene) Geschlecht wirken. Ausprobieren in der Pubertät und in der ersten Liebe ist vollkommen normal. Jedoch sind sie sich der Reichweite des Internets oftmals einfach nicht bewusst. Weder können sie einschätzen, wie schnell sich darüber Informationen und demnach auch Bilder verbreiten, noch können sie vorhersehen, dass solche Bilder Jahre, sogar Jahrzehnte im Internet bestehen bleiben können.

Das Problem ist hierbei also nicht das Sexting an sich, sondern der Umgang mit dem Internet, der Sexting erst zum eigentlichen Problem macht. Jugendliche sollten an dieser Stelle nicht nur lernen, wie weit sie ihren Körper darstellen sollten, sondern darüber hinaus, welche Risiken es birgt, Bilder davon zu verschicken. Ein medienpädagogischer Ansatz ist daher unumgänglich.

Mehr Infos zum Thema Sexting gibt es auch auf folgender Website, die das Thema sehr informativ aufbereitet hat: wwww.projuventute.ch

Medienlaune bietet aufklärende Workshops (5.-8. Klasse), als auch Elternabende zum Thema Sexting an.