Erfolgreiches Workshop-Projekt „Kinder klären Eltern auf“ geht in die 2. Runde

Unser im Juni 2014 erfolgreich durchgeführtes medienpädagogisches Projekt "Kinder klären Eltern auf" stieß auf große Zustimmung und Begeisterung, sodass es nun im neuen Schuljahr in die 2. Runde geht. So werden wir Ende September mit den Kindern der 6. Klasse in Workshops die Themen Datenschutz und personenbezogene Daten bearbeiten und mit ihnen gemeinsam erarbeiten, welche Folgen die Weitergabe von Daten hat. Anschließend bekommen sie die Möglichkeit, das neue soziale Netzwerk für Kinder, "melmao - Echte Freunde." zu testen und nach eigenen Kriterien zu bewerten.

Den Abschluss wird ein Eltern-Kind-Seminar Anfang Oktober bilden, bei welchem die Kinder als Experten auftreten und ihre Eltern über ihr erlerntes Wissen aufklären werden. Wir sind sehr gespannt auf die erneute Durchführung des Projektes und freuen uns auf die Ergebnisse!

Neu: Medienpädagogische Workshops in Kooperation mit melmao

melmao ist ein neues soziales Netzwerk für Kinder und ist gerade erst online gegangen. Es befindet sich derzeitig noch in der Entwicklungsphase und soll durch das Feedback der Nutzer mit entwickelt werden. Daher ist melmao für die ersten 6 Monate kostenlos. Anschließend wird es zwischen 3-5 Euro im Monat kosten. Warum? Weil melmao komplett werbefrei ist, keine Daten an Dritte weitergibt und sicher für Kinder ist.

Medienlaune und melmao bieten nun gemeinsam einen medienpädagogischen Workshop "Meine Daten, meine Privatsphäre, mein soziales Netzwerk" für Schulklassen in und um Berlin an. In dem Workshop erwerben Kinder grundlegende Kenntnisse über soziale Netzwerke und wie man sich vor Gefahren schützen kann. Sie erarbeiten gemeinsam, was man im Internet von sich preisgeben sollte und was lieber nicht. Darüber hinaus bekommen sie ein Gefühl für ihre privaten Daten und verstehen, warum Daten im Internet oftmals verkauft werden.
Im Anschluss haben die Kinder die Möglichkeit, melmao zu testen und nach ihren eigenen Kriterien zu bewerten.

Dieses Workshop-Angebot gilt bis Ende 2014. Mehr Infos zum Workshopinhalt gibt es hier.

Soziale Netzwerke – vor allem eine Gefahr für Jüngere

Im Rahmen von Medienlaune haben wir im November in und um Berlin zwei medienpädagogische Workshops zum Thema "Internet und Soziale Netzwerke" mit 5.Klässlern durchgeführt, sowie in Zusammenarbeit mit "KUL unterwegs" einen Workshop zum selbigen Thema mit 4.Klässlern.

Auffällig ist, dass derzeitig immer jüngere Kinder bereits erste Erfahrungen mit sozialen Netzwerken machen. Bei Facebook angemeldet zu sein, ist für viele 9-10-Jährige vollkommen normal. Oftmals sind sie durch Freunde darauf gestoßen. Dass man sich erst ab 13 Jahren offiziell bei Facebook anmelden darf, umgehen viele, indem sie ihr Alter fälschen. Das wirklich Gefährliche daran: wer sein Alter dann so stark fälscht, dass er sogar über 18 Jahre alt ist, entgeht jeglichen Sicherheitsvorkehrungen auf Facebook. Von großer Sicherheit kann bei Facebook nicht die Rede sein, schließlich sind alle Privatsphäre-Einstellungen von Beginn an auf Öffentlichkeit und Kommunikation ausgelegt. Der Nutzer muss sich erst mühsam den Weg durch die ganzen Einstellungen, Privatsphäre-Einstellungen etc. durchklicken, um seine Daten selbst in der Hand zu behalten. Immerhin sind diese "Standardeinstellungen" für 13-17-Jährige zumindest etwas höher und damit sicherer eingestellt.

Wenn schon mit dem Alter schummeln, um Facebook doch schon einmal auszuprobieren, dann sollten Kinder wenigstens ein Alter unter 18 Jahren angeben, um etwas besser geschützt zu sein. Eine Lösung ist das aber nicht. Ein sicheres, Daten schützendes Kinder-Facebook muss her. Denn Kindern kann einfach noch nicht abverlangt werden, dass sie sich der Reichweite und des Ausmaßes veröffentlichter Daten bewusst sind.

Ist Cybermobbing Teil des Erwachsenwerdens?

In Zusammenarbeit mit "KUL unterwegs" und dem "MKZ Die Lücke | Kiezspinne FAS e.V." haben wir im Juni und im August insgesamt drei medienpädagogische Workshops zum Thema Cybermobbing mit 7./8. Klassen in Berlin durchgeführt.

Resonanz: ein nach wie vor schwieriges Thema mit Jugendlichen, da sie von der Thematik einerseits gelangweilt sind, andererseits das Thema Cybermobbing an Schulen mittlerweile so selbstverständlich für sie geworden ist, dass man den Eindruck gewinnen könnte, es gehöre zum Erwachsenwerden dazu. Innerhalb einer Schulklasse sind mittlerweile mehrere Kinder schon selbst von Cybermobbing betroffen gewesen - sogar schon in der Grundschule. Das Wissen darüber, dass Cybermobbing nichts Gutes ist und von Lehrern und Eltern nicht befürwortet wird, ist bereits vorhanden. Jedoch mangelt es noch sehr stark am Verständnis der jungen Internetnutzer für die Tragweite des Internets und für Öffentlichkeit in sozialen Netzwerken. Viel zu oft wird unterschätzt, wie groß die Reichweite von im Internet veröffentlichten Äußerungen, Bildern etc. ist.

Eine einfache Rechnung verdeutlicht dies: Wieviel Facebook-Freunde hast du etwa? 150. Und wieviel Facebook-Freunde haben deine Freunde im Durchschnitt? Sagen wir mal 100. Eine gepostete Nachricht, die "nur" für Freunde von Freunden sichtbar ist - wieviele lesen diese?