Lehrerfortbildungen in Berlin und Brandenburg – Medienkompetenz, Cybermobbing etc.

In Anbetracht steigender Probleme mit der Nutzung von WhatsApp & Co. muss die Medienkompetenz der Schüler gestärkt werden, darin sind sich viele einig. Oftmals wird dies den Schulen bzw. den Lehrkräften abverlangt. Doch viele Lehrer kennen sich selber nur unzureichend mit den aktuellen Problematiken rund um WhatsApp, Snapchat, YouTube & Co. aus. Spätestens wenn es um spezifische Fragen z. B. zu Urheberrechten geht, sind Lehrer häufig ratlos. Deshalb bieten wir medienpädagogische Workshops für Schüler an, um die Medienkompetenz frühzeitig zu stärken und Problematiken (wie Cybermobbing) vorzubeugen.

Eine andere Alternative besteht darin, die Medienkompetenz der Lehrer zu stärken, damit diese genügend Selbstvertrauen entwickeln, um selbstständig mit ihren Schülern solche Themen anzugehen. In den letzten zwei Jahren haben wir bereits mehrfach erfolgreiche Lehrer- und Erzieherfortbildungen durchgeführt.

Je nach Bedarf bieten wir zwei Varianten an:

1. Theoretische Fortbildung: Aufklärung über die wichtigsten aktuellen Themen in Form eines interaktiven Vortrages. Wir stellen aktuelle Probleme vor, erklären anhand einfacher Beispiele die wichtigsten Rechte (Urheberrecht und Recht am Bild) und vermitteln Tipps, wie man mit den verschiedenen Problemen umgehen könnte. Ziel dieser Fortbildung ist es, das Wissen rund um das Thema Medienkompetenz zu erweitern.

2. Praktische Fortbildung in Form eines Workshops: Wir führen mit Lehrern einen Workshop zu bestimmten Themenschwerpunkten (z. B. Thema Cybermobbing) durch, wie wir ihn auch mit Schülern durchführen würden. Die Lehrer lernen geeignete Methoden kennen und werden dazu angeregt, eigene Ideen zur Umsetzung zu entwickeln. Gemeinsam werten wir die Methoden einzeln aus, hinterfragen sie, kritisieren sie und entwickeln neue Ideen und Möglichkeiten.

Bei Interesse an einer solchen Fortbildung, kann gerne unverbindlich Kontakt mit uns aufgenommen werden.

Neue Verschlüsselung: Ist WhatsApp jetzt sicher?

WhatsApp hat mit seinem letzten Update im April 2016 die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt und ist damit der Forderung vieler Kritiker nach mehr Datenschutz einen Schritt entgegengekommen. Die Frage, die sich vor allen Dingen viele Schüler, mit denen wir Workshops durchführen, nun stellen: ist WhatsApp jetzt sicher? Kann man WhatsApp nun bedenkenlos verwenden? Die Frage lässt sich gar nicht so pauschal beantworten, denn die "Sicherheit" von WhatsApp hängt nicht nur mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zusammen.

Kein Zugriff mehr durch Dritte

Rein theoretisch sind mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nun alle Daten vor fremden Zugriff geschützt, die man sich untereinander im Chat schickt. Also Textinhalte, Bilder, Videos, Sprachnachrichten etc. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet, dass nur der Sender und nur der Empfänger auf diese Inhalte Zugriff haben und niemand dazwischen, also nicht einmal WhatsApp.

Verschlüsselung muss jedoch beidseitig aktiviert sein

Die Verschlüsselung der Daten findet jedoch nur statt, wenn sowohl der Sender als auch der Empfänger die neuste WhatsApp-Version heruntergeladen haben. Hat einer von beiden dieses Update nicht gemacht, sind die Nachrichten nach wie vor unverschlüsselt.

Daten auf dem Smartphone bleiben ungeschützt

Die versendeten Daten sind auf dem Sendeweg nun verschlüsselt. Auf den Smartphone des Senders sowie des Empfängers bleiben die Daten aber unverschlüsselt. Wer sich also Zugriff auf ein fremdes Smartphone verschafft (z. B. durch Diebstahl, Einhacken), der hat auch Zugriff auf alle per WhatsApp versendeten Inhalte. Aus diesem Grund sollten sensible Daten dennoch nicht über WhatsApp verschickt werden bzw. generell nicht auf dem Smartphone gespeichert werden.

Speichert WhatsApp nun keine Daten mehr?

Doch, WhatsApp speichert noch immer Daten. Zwar werden durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nun keine Chatinhalte mehr gespeichert. Dennoch hat WhatsApp weiterhin Zugriff auf die gesamte Kontaktliste bzw. das Telefonbuch. Es werden dabei nicht nur die Telefonnummern der Kontakte gespeichert, die ebenfalls WhatsApp nutzen, sondern auch die Telefonnummern aller anderen Kontakte, die KEIN WhatsApp nutzen. Außerdem werden Daten wie das Profilfoto oder aktuelle Status-Nachrichten durch WhatsApp gespeichert. WhatsApp räumt sich in seinen AGB's sogar das Recht ein, eingegebene Statusinformationen frei verwenden, teilen und veröffentlichen zu dürfen.
Darüber hinaus speichert WhatsApp, was für ein Smartphone man verwendet, wie oft man WhatsApp verwendet, wann und wie oft man seinen Status oder sein Profilbild ändert, mit wem man chattet und wie oft usw.

Gefahren bleiben bestehen

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist zweifelsohne eine gute Sache. Doch die Gefahren, die von der WhatsApp-Nutzung ausgehen, werden damit nicht vermindert. Die Hauptgefahr von WhatsApp geht nicht von der Anwendung selbst aus, sondern von den Nutzern, die Apps wie WhatsApp missbrauchen können, um andere zu mobben. Dieses sogenannte Cybermobbing hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist insbesondere hinsichtlich WhatsApp ein Problem. In Gruppenchats werden oftmals bedenkenlos Inhalte geteilt und dabei unwissend Rechte verletzt. Besonders häufig betroffen sind die Verletzung des Rechts am Bild und des Urheberrechts. Wenn jemand ein Foto in den Gruppenchat stellt, ohne die darauf abgebildete Person um Erlaubnis zu fragen, so begeht er eine Straftat. Insbesondere Gruppenchats sind oftmals nämlich sehr groß und gelten daher bereits als öffentlich. Aber auch das Beleidigen oder Demütigen von Personen im Chat oder das Herziehen über eine Person, die ggf. nicht einmal mit im Gruppenchat ist, gilt als Straftat und ist verboten.

Wie kann man sich vor den Gefahren schützen?

Die Nutzung von WhatsApp oder allgemein von Smartphones zu verbieten, ist keine Lösung. Damit schließt man sein Kind ggf. nur aus, da viele der Freunde diese Apps dennoch weiterhin nutzen werden. Viel wichtiger ist es, insbesondere bei jungen Menschen ein Verantwortungsbewusstsein zu schaffen und über Risiken und Rechte aufzuklären. Nur wer sich der Möglichkeiten, Gefahren und Folgen bewusst ist, kann verantwortungsbewusst und kompetent mit den Medien umgehen.

Kooperationsprojekt „Kinder klären Eltern auf“ zu Ende gebracht

Gemeinsam mit der Evangelischen Grundschule Babelsberg und in Kooperation mit melmao haben wir im Rahmen des Projektes "Kinder klären Eltern auf" im Juni mehrere medienpädagogische Workshops mit den 6. Klassen durchgeführt. Die Kinder haben heraus gearbeitet, was personenbezogene Daten sind und wo überall im Alltag Daten von ihnen gespeichert werden - teils bewusst, teils unbewusst. In dem Zusammenhang ist ihnen klar geworden, dass es an manchen Stellen notwendig ist, Daten zu speichern, während dies an anderen Stellen eigentlich überflüssig ist. Damit einhergehend haben die Kinder den Zusammenhang zwischen Daten, Datenweitergabe und Werbung begriffen.

Da sie selber viel in sozialen Netzwerken, vor allen Dingen aber in Chat-Apps unterwegs sind, sollten sie einmal ihre Vorstellung von einem idealen Netzwerk skizzieren. Spannend war, dass die Vorstellungen der Kinder sehr weit auseinander gingen und zum Teil sehr abstrakt waren. Sie alle stellen sich ihr ideales Netzwerk aber als mobile Version auf dem Handy vor. Aufbauend auf ihre bis dahin gewonnenen Erkenntnisse hatten die Kinder die Möglichkeit, das neue soziale Netzwerk für Kinder, "melmao - Echte Freunde.", zu testen und nach eigenen Kriterien zu bewerten.

Den Abschluss bildete ein Eltern-Kind-Seminar, in welchem die Kinder in die Rolle der Experten traten und ihre Eltern an verschiedenen Stationen über Medien und soziale Netzwerke aufklärten, sie zur Diskussion herausforderten, ihr Wissen in Quiz abfragten und sie ebenfalls "melmao" testen ließen.